Wir Transgender sind Menschen, denen ihr angeborenes Geschlecht zu eng ist:
Geborene Frauen, die (manchmal oder immer) als Männer leben wollen,
Geborene Männer, die (manchmal oder immer) als Frauen leben wollen.
Vielleicht fühlst Du Dich auch als Transgender,
hast Angehörige oder Freunde, die Transgender sind,
oder möchtest einfach mehr über Transgender wissen?
Du bist herzlich willkommen!
Wir haben uns zusammengefunden,
um Menschen in ähnlichen Situationen kennen zu lernen,
Erfahrungen auszutauschen,
und in ungezwungenem und sicherem Rahmen darüber zu reden.
Gruppentreffen:
Komm so, wie Du Dich wohl fühlst, gleich ob als Mann oder als Frau,
jeweils am zweiten Sonntag im Monat um 19:00
( 13.Juni 2010 /
11.Juli 2010 /
8.August 2010 /
12.September 2010 /
... )
Treffpunkt: Sozial- und Begegnungszentrum (SBZ)
Leechgasse 30, 8010 Graz
über dem "Cafe Bistro Leech", Gruppenraum 04 (erster Stock, nach der Treppe nach rechts gehen).
Leider verfügen die Seminarräume im Selbsthilfezentrum über
keine Torsprechanlage.
für später Kommende:
falls Haustür verschlossen aber Einfahrt (links der Tiefgaragenabfahrt) offen,
kann man um die Tiefgaragenrampe herum ins Haus gehen.
Und wir sehen von Zeit zu Zeit nach, ob die Haustür noch offen ist.
Kontakt:
Wenn Du ein Problem direkt mit jemandem diskutieren willst
oder einfach jemanden brauchst,
mit dem Du Deine Schmerzen teilen willst,
dann schreib uns:
Andrea andreatggraz@gmail.com
Michaela † 2010
Michaela verstarb am 5. 1. 2010 durch einen schweren Verkehrsunfall.
Gerade als es in ihem Leben gut zu laufen begann und mit 34 Jahren viel zu früh.
Sie war sehr engagiert für die Anliegen von Transgender-Personen,
eine wichtige Ansprechperson hier in der Selbsthilfegruppe und in anderen Funktionen
Sie fehlt uns.
Magnus Hirschfeld
Im Jahr 1910 erschien Magnus Hirschfelds Buch die Transvestiten. Dieses erste der Trans-Wörter feiert somit heuer seinen 100-sten Geburtstag. Hirschfeld, Arzt und Sexualforscher, arbeitete auf Basis von Karl Heinrich Ulrichs' Theorien über Homosexualität. Ulrichs hatte wegen seiner Homosexualität 1859 die Zulassung als Rechtsanwalt verloren und kämpfte danach publizistisch gegen die Diskriminierung homosexueller Menschen an. Er bezeichnete die Homosexuellen als das Dritte Geschlecht in dem Sinne, dass nach seiner Theorie ein männlicher Homosexueller nur körperlich ein Mann ist, seelisch aber eine Frau (und umgekehrt). Später entwickelt er eine Theorie der sexuellen Zwischenstufen, um unterschiedliche homosexuelle Lebensstile abzudecken.
Hirschfeld, der Ulrichs' Theorien als Wissenschaftler überprüft, erkennt als Erster,
dass das Verlangen, dem anderen Geschlecht anzugehören, häufiger bei (gemessen an ihrem körperlichen
Geschlecht) heterosexuellen Menschen auftritt, dass also der Geschlechtswechsel und Homosexualität zwei voneinander
unabhängige Phänomene sind. Und Hirschfeld erkennt auch, wie inhomogen die Gruppe
der Menschen mit dem Bedürfnis, sich selbst als Angehörige des anderen Geschlechtes
zu erleben, ist. Er bezeichnet alle diese Menschen als Transvestiten,
d.h. so wie Hirschfeld das Wort verstand, entspricht es recht genau dem heutigen Begriff Transgender-Personen.
Hirschfeld ist heute bei vielen Betroffenen nicht sehr gut angeschrieben.
Hatte Ulrichs noch darauf bestanden, dass Menschen deren Natur eine andere ist, das Recht haben müssten,
ihrem Wesen gemäss zu leben, war Hirschfeld (obschon selbst homosexuell) bereit,
Abweichungen von der Normalität (ob in der sexuellen Orientierung, ob in der Geschlechtsidentität)
als Krankheiten oder als Degenerationen zu verstehen. Ulrichs' Position war im militaristischen und
minderheitenfeindlichen gesellschaftlichen Klima der Zeit vor dem ersten Weltkrieg nicht durchzusetzen und
Hirschfeld versuchte realistisch zu sein: erhoffte nur Duldung, nicht Anerkennung.
Im Jahr 1933 wurde Hirschfelds Institut für Sexualwissenschaft (weltweit die erste Institution für Sexualforschung)
durch die Nationalsozialisten geplündert und zerstört, die Institutsbibliothek verbrannt.
Erst Jahrzehnte später wurde Hirschfelds Wissensniveau wieder erreicht.
Fundstücke:
Gehen, Laufen, Beine Übereinanderschlagen:
Dass nur die Frau Kinder gebären kann, hat sich auf ihre Körperform als Erwachsene ausgewirkt. Da Frauen zwischen den Beinen
gebären, ist das weibliche Becken viel breiter als das männliche, und der Abstand zwischen den Beinen ist grösser.
Dies beeinflusst das weibliche Verhalten in mehrfacher Hinsicht. Frauen gehen anders - sie machen normalerweise viel
kleinere Schritte als ein Mann. In vielen Kulturen haben Frauen, die ihre Weiblichkeit unterstreichen wollen,
dies noch überbetont, indem sie sehr enge Röcke oder gefährlich hohe Absätze tragen. Die dadurch notwendigen kürzeren
Schritte führen zu einem superweiblichen Eindruck.
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Die Evolution verlieh dem urzeitlichen Jäger einen weit ausholenden Gang, der ihm bei der Verfolgung von Wild half.
Der Frau gab die Evolution einen Gang, der ihrer Gebärfähigkeit möglichst wenig schadete. Deshalb stösst die normale Frau beim Sport irgendwann unausweichlich an ihre Grenzen,
was besonders offensichtlich ist, wenn man man sie beim Laufen direkt von vorn betrachtet. Auf den ersten Blick erkennt man,
dass sie im Gegensatz zum Mann die Beine leicht nach innen dreht. Diese merkwürdige, schwingende Bewegung wird meistens übersehen,
weil wir ja meistens keine Durchschnittsfrau, sondern eine durchtrainierte Top-Athletin beim Laufen beobachten. Frauen,
die erfolgreiche Sportlerinnen werden, haben eine ungewöhnlich maskuline Körperform mit schmalen Hüften und männlichem Gang.
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Die Form des menschlichen Beckens beeinflusst nicht nur die Art und Weise, wie wir gehen und rennen, sondern auch wie wir uns
setzen. Der Mensch hat vier verschiedene Arten, die Beine übereinanderzuschlagen. Zwei sind beiden Geschlechtern gemein,
eine ist typisch männlich und eine typisch weiblich. Am weitverbreitetsten ist das Übereinanderschlagen der der Knie.
Es ist für beide Geschlechter typisch, ebenso wie das formellere Verschränken der Beine in Knöchelhöhe.
Doch einen Knöchel auf das Knie des anderen Beins zu legen, ist vorwiegend männlich, selbst wenn Frauen Hosen tragen.
Die vierte Art, nämlich ein Bein um das andere zu schlingen, kommt fast ausschliesslich bei Frauen vor. Dabei wird ein Bein
über das andere geschlagen und dann rückwärts um das andere Bein geschlungen. Wenn man Männer auffordert, das zu tun,
finden sie es äusserst schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Manche Männer weigern sich gar, ihre Beine so zu verschränken,
vielleicht weil sie es instinktiv für unmännlich halten und glauben, sich dabei lächerlich zu machen.
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Der Zoologe Desmond Morris in:
"The Human Sexes. A Natural History of Man and Women" (1997, BBC Books, London) /
"Mars und Venus. Das Liebesleben des Menschen" (1997, Wilhelm Heyne Verlag, München)
Keine Zweifel?
Wenn Sie das Buch von Wolf Eicher gelesen haben (Gustav-Fischer-Verlag, Stuttgart 1985) über Transsexualismus
und insbesondere die darin geschilderten Fallbeispiele und deren Interpretation, dann ist ihnen sicher aufgefallen,
dass dort immer wieder die Rede davon ist, dass sich der Patient eindeutig als Frau erlebt oder
eindeutig als Mann. Viele Patienten präsentieren sich auch so. Wenn jemand gar keine Zweifel hat, dann
sollte das zu denken geben. Das Wort "eindeutig" macht mich hellhörig. Es klingt nach Abwehr, als müsste etwas
unbedingt ausgeblendet werden.
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der Psychoanalytiker Friedemann Pfäfflin,
in: Kamprad, Schiffels "Im falschen Körper" (1991, Kreuz Verlag, Zürich)
Merkwürdiges Ziel:
Garfinkel war der erste, der die dem transsexuellen Lebensstil immanente Reflexivität erkannte.
Seine Studie über die transsexuelle Frau Agnes hebt diesen Aspekt deutlich hervor. Die Frau, die Agnes ist, ist das Resultat ihres Verhaltens.
Aus diesem Umstand zieht Garfinkel eine Konsequenz, die das Verständnis von geschlechtlicher Wirklichkeit allgemein
umstürzt. Agnes könne nämlich mit ihrem Verhalten nur dann Erfolg haben, wenn sie damit etwas tut, das alle machen.
Demnach wäre nicht nur das Frausein der transsexuellen Agnes das Resultat von Darstellungsleistungen,
sondern das Geschlecht aller Beteiligten. Bei Transsexuellen wird folglich nur die Reflexivität sichtbar,
die auch für das Frau- bzw. Mannsein von Nichttranssexuellen konstitutiv ist. Wir alle sind Frauen oder Männer,
indem wir den Eindruck erwecken, wir seien es.
In dieser Perspektive unterscheiden sich Transsexuelle von Nichttranssexuellen lediglich, weil die ersteren
wissen, wie sehr sie damit beschäftigt sind, ihr Geschlecht darzustellen, während die Nichttranssexuellen das gleiche
zumeist vollbringen, ohne weiter darüber nachzudenken. Aus diesem unbewussten Zustand sind Transsexuelle
"aufgewacht" und haben sich das merkwürdige Ziel gesetzt, erst als das andere Geschlecht wieder "einzuschlafen".
In der Zwischenzeit sehen sie die Geschlechterwirklichkeit mit "anderen Augen",
d.h. mit mit Augen, die sehen, wie wir alle unentwegt damit beschäftigt sind,
uns als Frauen oder als Männer darzustellen. Da andererseits die Darstellungen gelernt sein wollen,
zwingen Transsexuelle darüber hinaus auch ihren BetrachterInnen andere Augen auf, d.h. in diesem Fall
Augen, die Schwierigkeiten haben, klar zu sehen, welches Geschlecht die betreffende Person nun "eigendlich" ist.
Anhand dieser Schwierigkeiten lässt sich aufzeigen, "wie" wir sehen, wenn wir immer und zu jeder Zeit zwei Geschlechter
wahrnehmen,
denen wir jeweils lebenslänglich angehören.
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Die Soziologin Gesa Lindemann im Vorwort zu ihrem Buch:
"Das paradoxe Geschlecht. Transsexualität im Spannungsfeld von Körper, Leib und Gefühl"
(1993, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main)
über Magnus Hirschfeld:
Ihre Rundfrage kann ich leider nicht entsprechend beantworten. Grund: ich bin durch eine rheumatische Erkrankung
dermassen in Zeitnot geraten, dass mir für Erledigung der allerdringendsten Arbeiten der Zeitraum schon fehlt
- und flüchtig kann man auch nicht ein Zeile schreiben über eine so wichtige Angelegenheit wie die
Magnus Hirschfeld'sche.- wenn man heute auf Magnus Hirschfeld
zu wenig hört - morgen wird man sich dafür schämen; das ist Binsenweisheit. Wie weit Hirschfelds Lebensarbeit
bei staatlichen Behörden ein Echo gefunden hat, vermag ich von meinem isolierten Posten hier nicht zu beurteilen.
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Alfred Kubin (1928),
gefunden in: "Aus meiner Werkstatt" (1976, Deutscher Taschenbuch Verlag, München)
Wir danken
Wir danken herzlich:
der Selbsthilfekontaktstelle Steiermark
im Sozial- und Begegnungs-Zentrum Graz, das uns kostenlos und unbürokratisch seine Räume für unsere Treffen zur Verfügung
stellt. Leechgasse 30, 8010 Graz, Tel.: 0316 / 68 13 25 oder Fax: 0316 / 67 82 60,
e-Mail: selbsthilfe@sbz.at,
Web: www.selbsthilfesteiermark.at
Transgender.at,
auf deren Server wir kostenlos unsere Homepage betreiben dürfen. Hier findest Du ausführlichere Informationen, sowie
Links zu den Webseiten der Transgender-Selbsthilfegruppen österreichweit,
Web: www.transgender.at
Für die Inhalte von Seiten ausserhalb unserer Homepage,
auf die unsere Links verweisen,
können wir keine Verantwortung übernehmen.