Wir Transgender sind Menschen, denen ihr angeborenes Geschlecht zu eng ist:
Geborene Frauen, die (manchmal oder immer) als Männer leben wollen,
Geborene Männer, die (manchmal oder immer) als Frauen leben wollen.
Vielleicht fühlst Du Dich auch als Transgender,
hast Angehörige oder Freunde, die Transgender sind,
oder möchtest einfach mehr über Transgender wissen?
Du bist herzlich willkommen!
Wir haben uns zusammengefunden,
um Menschen in ähnlichen Situationen kennen zu lernen,
Erfahrungen auszutauschen,
und in ungezwungenem und sicherem Rahmen darüber zu reden.
Gruppentreffen:
Komm so, wie Du Dich wohl fühlst, gleich ob als Mann oder als Frau,
jeweils am zweiten Sonntag im Monat um 19:00
(14.Februar 2010 / 14.März 2010 /
11.April 2009 / 9.Mai 2010 / ...)
Treffpunkt: Sozial- und Begegnungszentrum (SBZ)
Leechgasse 30, 8010 Graz
( über der "Caffè Bar per te", erster Stock, nach der Treppe nach rechts gehen )
Kontakt:
Wenn Du ein Problem direkt mit jemandem diskutieren willst
oder einfach jemanden brauchst,
mit dem Du Deine Schmerzen teilen willst,
dann schreib uns:
Andrea andreatggraz@gmail.com
Telefon: geplant
Michaela † 2010
Michaela verstarb am 5. 1. 2010 durch einen schweren Verkehrsunfall.
Gerade als es in ihem Leben gut zu laufen begann und mit 34 Jahren viel zu früh.
Sie war sehr engagiert für die Anliegen von Transgender-Personen,
eine wichtige Ansprechperson hier in der Selbsthilfegruppe und in anderen Funktionen.
Sie fehlt uns.
über Transgender:
- Was sind Transgender-Personen?
- Selbsterkenntnis und Verleugnung
- Sex und Gender
- Kontakt zu anderen Transgender-Personen: Gruppen und Internet
- Psychotherapie: Bevor Probleme über den Kopf wachsen
- Was ist eine Geschlechtsangleichung?
- Umgang mit Transgender-Personen
- Verwandte und Freunde von Transgender-Personen
Virginia Prince 1912-2009
Im Mai des vergangenen Jahres starb Virginia Prince, eine wichtige und umstrittene Persönlichkeit der Transgender-Selbsthilfebewegung im Alter von 96 Jahren. In den 1950er-Jahren begann Prince die Zeitschrift "Transvestia" herauszugeben, der erste ernsthafte Versuch Crossdressern aus einem Leben in Heimlichkeit und Scham herauszuhelfen. In dieser prüden Zeit galt jede Darstellung von Crossdressing schlicht als Pornografie und Prince wurde in den 1960ern zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe auf Bewährung wegen des Versendens von pornografischem Material per Post verurteilt. Prince gründete 1961 die soweit bekannt allererste Selbsthilfegruppe für Transgender-Personen (genauer gesagt für heterosexuelle Mann-zu-Frau-Crossdresser), Keimzelle der heute auf mehreren Kontinenten aktiven Selbsthilfe-Organisation Tri-Ess (Society for the Second Self). In den 1970er-Jahren hat sie den Begriff "Transgender" geprägt oder zumindest populär gemacht. Prince selbst lebte Vollzeit im weiblichen Geschlecht, ohne ihren männlichen Körper chirurgisch angleichen zu lassen und verwendete das Wort "Transgender" um ihren Lebensstil gegen andere abzugrenzen: gegenüber transsexuellen Menschen und gegen Menschen, die sexuell mit Personen ihres Herkunftsgeschlechtes verkehren. Aber das Wort "Transgender" gefiel, es gefiel auch den Menschen, die es in Prince´s Verwendung ausschliessen sollte. So ist es heute Bezeichnung aller Lebensstile in denen Menschen zumindest einen Teil ihres Weges im "anderen" Geschlecht zubringen.
News:
Erste offen als Transgender lebende Person im Beraterstab der Regierung in Washington. Im November 2009 bestellte Präsident Obama Amanda Simpson als Senior Technical Advisor (Oberste Technische Beraterin) des Handelsministeriums, Büro für Industrie und Sicherheit. Simpson ist Transsexuelle Frau. Inhaberin akademischer Grade in Physik, Ingenieurwesen und Wirtschaftswissenschaften. Seit 30 Jahren in der Flugzeug- und Verteidigungsindustrie tätig, unter anderem Testpilot bei der Entwicklung von Militärflugzeugen, zuletzt Vizedirektorin der Abteilung für Entwicklung neuer Technologien bei Raytheon Missile Systems in Tucson, Arizona. 2004 demokratische Kandidatin für das Parlament des US-Bundesstaates Arizona und seit Jahren politisch aktiv für die Gleichberechtigung von Transgender-Personen.
Nachtrag:
Genau gezählt ist Simpson die Zweite: zugleich wurde der Jurist Dylan Orr (ebenfalls transgender) als Mitarbeiter
(Special Assistant) des Büros für Beschäftigung Behinderter Menschen im Arbeitsministerium bestellt. Orr trat seinen Dienst
noch im Dezember an, Simpson erst im Jänner. Aber erst auf Simpsons Arbeitsantritt sprangen die US-Medien an.
Fundstücke:
Das hört nie auf:
Nach einer Geschlechtsangleichung wird es für den Rest deines Lebens eine deiner Nebenbeschäftigungen sein,
Menschen über Transgender-Themen aufzuklären. Diese Aufgabe ist es wert, getan zu werden, kann aber langweilig,
ermüdend, nervtötend werden. Fang jetzt gleich damit an, deine Argumente auszuformulieren (warum hast du das
Geschlecht gewechselt, seit wann bist du dir über deine Gefühle im Klaren, usw. usw.), fang jetzt gleich an, diese einzuüben.
Beginne bei Freunden und Verwandten, die auf deiner Seite stehen, falls es solche gibt. Und gewöhne dich daran.
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Raven Kaldera, Autor, Transmann, in seiner Auflistung aller Risiken und Nachteile einer Geschlechtsangleichung:
"A Letter To Would-Be Transsexuals"
Fortschritte 1:
Charles Anders
zitiert in "The Lazy Crossdresser" einen in der transsexuellen Gemeinschaft üblichen Witz:
"Was ist der Unterschied zwischen einem Crossdresser und einer Transexuellen?" Die Antwort? "Zwei Jahre." Er streicht hervor,
dass die Pointe variiert. Diese kann auch lauten: "ein Jahr." Erschreckende Neuigkeiten für die Ehefrau eines Crossdressers.
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Helen Boyd in
"My Husband Betty", Thunder’s Mouth Press, 2003
Fortschritte 2:
Geschlechtsidentität ist eine Reise und man weiss nie, wohin diese führt. Gebt keine Versprechen ab,
ihr könntet sie später brechen müssen. Ich erinnere mich, wie ich vor zehn Jahren (meiner Frau) schwor,
ich würde niemals das Bedürfnis haben, weiblich gekleidet in die Öffentlichkeit zu gehen.
Heute kann ich nicht genug davon bekommen.
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Diane, eine transsexuelle Frau, auf ihrer nicht mehr existierenden Webseite "Diane´s Crossdressing Tips"
m2f passing = Hals aufwärts 1:
Als ich begann, an eine Geschlechtsangleichung zu denken, sorgte ich mich insbesondere bezüglich der Körperform.
Rückblickend betrachtet waren diese Befürchtungen eher albern. Mit heutigem Erkenntnisstand wären meine Prioritäten
völlig andere: Elektrolyse, Stimme, Gesicht, in dieser Reihenfolge.
Wie ich gerne sage: Passing entscheidet sich hauptsächlich vom Hals aufwärts.
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Andrea James über Brustformen, auf ihrer Webseite
"ts roadmap"
m2f passing = Hals aufwärts 2:
Wenn Passing (d.h. in der Öffentlichkeit nicht als trans erkannt zu werden) dein Ziel ist, so musst du
als Erstes wirklich solide Lösungen für alle Haarprobleme finden. Insbesondere im Gesicht und auf dem Kopf.
Heisst konkret: Elektrolyse und Qualität bei Haarteil bzw. Perücke.
Oder du übersiedelst in den Iran und trägst einen Schleier.
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aus: "Passing thoughts on blending for the transgender M to F person" gefunden auf Rebecca Auge´s Blog:
"Gender and Life´s Paths"
m2f passing = Hals aufwärts 3:
Man kann einige Teile der eigenen Garderobe billig kaufen, aber knausere niemals bei der Qualität der Perücke.
Billige Perücken sehen übel aus, sie halten nicht lange und sie verraten dich schneller als sonst irgendwas.
Wenn du nicht dein eigenes Haar tragen kannst
(das wäre das Beste, aber die meisten von uns - mich eingeschlossen - können es nicht),
kauf dir eine wirklich gute Perücke. Kauf eine dezente und bleibe bei dieser einen. Und pflege sie gut.
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Diane´s Crossdressing Tips
m2f passing = Hals aufwärts 4:
Ein Mythos besagt: vielen Crossdressern und fast allen transsexuellen Frauen sähe man es nicht an, dass sie
Transgender-Personen sind. Die Wahrheit aber ist: die meisten von uns Mann-zu-Frau-Transgenders, die grösseren,
diejenigen, die nicht von Natur aus feminin sind oder asiatischer Abstammung, sind erkennbar -
sofern sie keine chirurgische Verweiblichung des Gesichtes vornehmen haben lassen. Sie glauben mir nicht?
Dann legen sie doch einige Schnappschüsse ihrer Trans-Freundinnen, die noch keine Gesichtsoperation hatten,
neben vergleichbare Fotos weiblicher Freunde und sie werden die Unterschiede sehen.
Tut mir leid, aber Brauenknochen, Kinn und Kieferwinkel sind so gut wie Vollbärte und Schauzer;
unterscheiden die Geschlechter ebenso deutlich.
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aus: "Seven Great Myths Among Us MTFs" auf Alice Novic´s webseite
"Alice in Genderland"
Entschlossenheit:
Sie (die Gruppe der Mann-zu-Frau-Transsexuellen) spielt nicht so herum
wie Mann-zu-Frau-Transsexuelle, die mehr experimentieren, versuchen sich zu "heilen" mit einer Ehe oder in einer homosexuellen Phase.
Sie sind entschlossener. Die Erfahrung zeigt, dass Frau-zu-Mann-Transsexuelle diesen Prozess zeitig im Leben beginnen
(im Durchschnitt fünf bis sechs Jahre früher als die Mann-zu-Frau-Transsexuellen) und deswegen bessere Resultate erzielen.
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Louis J. G. Gooren, welterster Lehrstuhlinhaber für Transsexologie (Amsterdam)
in: Kamprad, Schiffels "Im falschen Körper" Kreuz Verlag Zürich 1991
"Selbstfindung":
Schwieriger waren dann schon die Übungen, mit denen ergründet werden sollte, ob ich nicht doch einen Hang zum Frauenmilieu
und zum Lesbentum entwickeln würde. Ich wurde von meiner Psychologin ins Frauencafé geschickt. Nicht, dass ich etwas gegen Frauen
hätte. Aber die Frauen dort waren mir unheimlich: Es waren zu viele, sie waren so militant.
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der Trans-Mann Stefan Kurz
in: Kamprad, Schiffels "Im falschen Körper" Kreuz Verlag Zürich 1991
Zweifel:
Bedenken Sie, die meisten meiner Geliebten sind lesbische Frauen... Die ganze lesbische Welt spuckt auf dich,
wenn du einen männlichen Körper hast.
Ich glaube, man kann sagen, dass es bei gut der Hälfte von uns der gesellschaftliche Druck ist,
der uns von der Notwendigkeit überzeugt, unseren Körper zu verwandeln.
Wenn du tatsächlich einen hermaphroditischen Körper hast - eine Frau mit Penis -,
gehörst du zu einer Minderheit innerhalb einer Minderheit. Ich habe es etwa ein halbes Jahr versucht, aber es war zu schwierig.
Mit einer besseren Therapie wäre ich vielleicht damit fertig geworden. Das einzige, was sie für dich tun könnten,
wäre dir zu helfen, dich in dieser Gesellschaft so stark wie möglich zu fühlen. Und das tun sie nicht.
Trotzdem, mit dem hermaphroditischen Körper hätte ich es vielleicht geschafft;
seit sieben Jahren habe ich jeden Tag darüber nachgedacht. Es ist ein verdammt ernster Entschluss.
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Betty in Wendy Chapkis: "Schönheitsgeheimnisse Schönheitspolitik",
1986 Orlanda Frauenverlag Berlin, 1995 Fischer Taschenbuch
Doing Gender
Daumen:
Meistens sehen Frauen Frauen an, weil sie von ihnen lernen oder bereits Gelerntes bestätigt haben wollen.
Obwohl die Mehrheit der Frauen sexuell auf Männer ausgerichtet ist, betrachten sie die Frauen ausgiebiger.
Sie lesen in ihren Erscheinungen wie in Büchern. Schon als kleine Mädchen haben sie diese Bücher lesen gelernt.
Dir selber haben sie schon mit fünf beigebracht, den Daumen unter den Handtellern zu verstecken,
damit deine Hände schmaler wirken. Keinem Mann würde das je auffallen, geschweige denn einfallen.
Frauen dagegen lassen Daumen verschwinden, wohin man sieht. Die Tricks sind Jahrhunderte alt.
Hin und wieder sieht man einen, den man noch nicht kannte. Dann geht man nach Hause und probiert ihn aus.
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gefunden in: Beatrice Schlag "206x Sex im Kopf", 2003 Kein & Aber Zürich, 2004 Goldmann München
Wir danken
Wir danken herzlich:
der Selbsthilfekontaktstelle Steiermark
im Sozial- und Begegnungs-Zentrum Graz, das uns kostenlos und unbürokratisch seine Räume für unsere Treffen zur Verfügung
stellt. Leechgasse 30, 8010 Graz, Tel.: 0316 / 68 13 25 oder Fax: 0316 / 67 82 60,
e-Mail: selbsthilfe@sbz.at,
Web: www.selbsthilfesteiermark.at
Transgender.at,
auf deren Server wir kostenlos unsere Homepage betreiben dürfen. Hier findest Du ausführlichere Informationen, sowie
Links zu den Webseiten der Transgender-Selbsthilfegruppen österreichweit,
Web: www.transgender.at
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